Durch bewusst verlängertes Ausatmen aktivierst du parasympathische Prozesse, oft spürbar als weicher werdender Bauch und schwerere Schultern. Eine einfache Zählung – beispielsweise vier ein, sechs aus – sendet dem Nervensystem ein Signal von Sicherheit. Viele merken bereits nach drei Zyklen, dass der Blick weiter wird und Geräusche weniger bedrängend erscheinen. Dieser physiologische Schalter ist trainierbar und wird mit täglicher, kurzer Übung schneller und zuverlässiger erreichbar, besonders in hektischen Situationen.
Leicht erhöhtes CO₂ durch ruhiges, nicht forciertes Ausatmen erweitert Blutgefäße, verbessert Sauerstoffabgabe im Gewebe und vermindert Schwindel, der bei zu hastigem Atmen auftritt. Wer das Kribbeln um die Lippen kennt, profitiert von sanfterem Tempo statt extra Luft. Toleranz baut sich schnell auf: allmählich etwas längere Ausatmungen, winzige Atempausen ohne Pressen und ein neugieriger, nicht wertender Fokus. So wird CO₂ vom unterschätzten Stressor zum nützlichen Verbündeten in einer Minute.
Zählen hilft dem Geist, nicht in Sorgen zu rutschen. Wähle eine ruhige Zahlfolge, die du auch bei Ablenkung halten kannst, etwa vier ein, sechs aus, oder fünf ein, sieben aus. Entscheidend ist die Freundlichkeit: niemals pressen, niemals Leistung beweisen. Stimme den Rhythmus an deine Tagesform an. Wenn du erkältet bist oder schnell müde wirst, reduziere die Zählung, behalte aber die längere Ausatmung bei, um den beruhigenden Effekt stabil zu halten.
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